AACHENER SAGEN UND LEGENDEN

      

Die Sage vom Ursprung der Aachener Printen
erzählt von Helmut Koch

             
Zur Entstehung der Aachener Printen gibt es zahlreiche Sagen, Geschichten und sogar wissenschaftliche Abhandlungen.

Im Jahr 1656 brach in Aachen eine Feuersbrunst aus, die noch heute als der große Stadtbrand bekannt ist. Von 5300 Häusern wurden damals 4664 Opfer der Flammen. Kein Wunder , dass in der Folgezeit Not und Hunger die Aachener Bevölkerung plagten. Die Versorgung mit Lebensmittel war eher dürftig. In dieser Notlage erinnerte sich ein betagter Bäcker an ein einheimisches Gebäck welches ehedem des Kaiser Karls Lieblingsgebäck gewesen war. Leider konnte sich niemand mehr an das Rezept erinnern, was zur Folge hatte, dass nun jeder Bäcker versuchte sein eigenes Rezept zu entwickeln. Die Ergebnisse waren alles andere als zufriedenstellend. Obwohl man sich sicher war, dass Karl der Große das Originalrezept mit ins Grab genommen hatte, wollte man doch die Totenruhe des großen Kaisers nicht stören. 
Es war wie so oft der Übereifer der Jugend der die Lösung des Problems erbrachte. 
Ein Bäckerlehrling fasste den Plan die Gruft des Kaisers zu suchen und das Rezept zu besorgen. Leider war aber schon damals die genaue Lage der kaiserlichen Ruhestätte nicht bekannt. Wie so oft in Aachen trat als vermeintlicher Helfer in der Not der Teufel auf den Plan. Er schlug dem Bäckerlehrling ein Geschäft vor. Er, der Teufel, führe Ihn in die Gruft und als Lohn dafür besorge der Bäckerbursche den Schlüssel zur Schatzkammer.
Wie Bäckerburschen so sind ging der Junge auf den Deal ein und dachte sich: "Was ein Marktweib konnte, kann ich auch!" 
In der nächsten Nacht erschien der Teufel und führte den Burschen zum Grab Karls. Vor Aufregung und vielleicht auch aus Furcht zitternd, trat der Lehrling an das Grab des Kaisers. Langsam öffnete dieser die Augen und fragte streng nach dem Grund der Störung. Der Knabe schilderte die Notlage der Stadt. Der Kaiser sagte: "Ohne mich können wohl die Aachener nicht leben. Da ich die Stadt und die Menschen stets geliebt habe werde ich natürlich helfen!"
Er händigte dem Jungen das Rezept aus und Schloss wieder die müden Augen. Der Lehrling eilte aus der unheimlichen Gruft zu seinem Meister.
Der Meister war zunächst entsetzt, sah jedoch sogleich auch den wirtschaftlichen Vorteil der Aktion.
Die Printen nach dem alten Rezept waren wie man heute sagen würde ein Renner. Sie wurden sehr bald weit über die Stadt hinaus bekannt und verkauft. 
Als er schon nicht mehr an sein Versprechen dachte, erschien dem pfiffigen Lehrling der Teufel und forderte seinen Lohn. Der Bäckerlehrling wollte de Teufel gnädig stimmen und bot ihm ein Backblech mit frischen Aachener Printen an.
Betört von dem Duft und Geschmack des Gebäcks verspeiste der finstere Gesell die Printen so gierig, dass er das Backblech mit verschlang. Geplagt von wahrhaft höllischen Leibschmerzen verschwand der Belzebub in das Reich der Finsternis.
Wieder war es einem schlauen Aachener gelungen, im Pakt mit dem Teufel Aachen zu dienen und dem Bösewicht ein Schnippchen zu schlagen.

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