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Schmuggel im Aachener Grenzland
- Vortrag von Wolfgang Trees -

Mi., 26. April 2006
20:00 Uhr, Lenné Pavillon, Casino Aachen
 

Es war eine wilde Zeit. Über das deutschlandweit bekannte "Loch im  Westen" rund um den Aachener Dreiländerpunkt kam zentnerweise der  geschmuggelte Kaffee aus Belgien nach Deutschland. Der Schmuggel (also  die Hinterziehung von Einfuhrsteuern) brachte der Region Aachen nach  Ende des Zweiten Weltkrieges jährlich rund 20 Millionen Mark ein -  Geld, das auch dem zügigen Wiederaufbau diente.

Es gab Tragisches wie auch Lustiges. Tragisch waren die 53 Toten,  getroffen durch Schüsse aus Zoll-Karabinern, die meisten von ihnen  Schmuggler, darunter sogar 14jährige. Oder die nur schwer heilenden  Bisse der Zoll-Schäferhunde.  Andererseits wurde in der Eifel die  Kirche "Sankt Mokka" mit 250 000 Mark wieder aufgebaut, welche die  Schmuggler ihrem Pastor gespendet hatten.

Kaffee wurde im "Püngel", dem gut gefüllten Rucksack, über die Grenze  getragen. Er kam aber auch im Bauch von Lokomotiven oder im Sarg des  Leichenwagens über die Grenze. Auf das Alt-Aachener Kommando  "Streuengelchen" warfen die Schmuggler "Krähenfüße" aus ihren Autos, um  die Reifen der verfolgenden Zoll-Fahrzeuge platt zu machen. Die Zöllner  ihrerseits bauten sich Stahlbesen vor ihre Vorderreifen - und hatten  Erfolg damit.